Rheuma-Anämie

Eine Anämie ist eine häufige Begleiterscheinung entzündlich - rheumatischer Erkrankungen.
Müdigkeit, Leistungsminderung und Blässe weisen typischerweise auf das Vorhandensein einer Rheuma-Anämie hin.
Bei der rheumatoiden Arthritis ist eine Anämie (auch als Entzündungsanämie oder Anemia of chronic disease (ACD)) bezeichnet, die häufigste, nicht die Gelenke betreffende Manifestation der Erkrankung.  
Die Entzündungsanämie ist neben der Eisenmangelanämie die häufigste Anämie, die beim Menschen vorkommt.
Eine Schlüsselrolle bei der Entstehung der Entzündungsanämie spielen die Botenstoffe (Zytokine) des Immunzellsystems, die den Entzündungsprozeß fördern.
Sie bewirken eine Begrenzung der Verfügbarkeit von Eisen für die Produktion neuer roter Blutkörperchen (Erythrozyten) und eine unzureichende Produktion des für die Erythrozytenbildung notwendigen Wachstumsfaktors Erythropoetin. Diese Konstellation wird als funktioneller Eisenmangel bezeichnet.
Durch eine Stimulation der Blutbildung mittels Erythropoetin und gleichzeitiger intravenöser Eisengabe lässt sich der funktionelle Eisenmangel bei Entzündungsanämien und damit auch die Anämie beseitigen, wie wir in einer Studie mit Patienten mit Anämie bei rheumatoider Arthritis bereits 2001 gezeigt haben ( 1, 2, Abb.1).

 

Abb.: 1 Prozentuale Änderung der Vitalitäts-Skala des gesundheitsbezogenen Lebensqualitäts-Index SF 36 (Säulen) und Verlauf der Hämoglobin-Konzentration (gelbe Kurve) während einer 3-monatigen Behandlung mit rH-Erythropoetin (150 IU/kg zweimal wöchentlich s.c.) bei 28 Patienten mit Entzündungsanämie und rheumatoider Arthritis. Im Fall der Entwicklung eines funktionellen Eisenmangels (s. Ref.1)), zusätzliche Gabe von 200 mg Eisensucrose intravenös pro Woche. Nachbeobachtung über 2 Monate nach Therapie-Ende.

Therapieprogramm in unserer Praxis

In unserer Praxis steht mit Professor Kaltwasser (Facharzt für Rheumatologie und Hämatologie) ein mit diesem Therapieprogramm besonders vertrauter Arzt zur Verfügung, Nach Feststellung einer Rheuma-Anämie wird durch eine spezifische Labordiagnostik    der jeweilige Körpereisenstatus festgestellt und daraus der Bedarf an intravenös zu verabreichendem Eisen für die Erythropoetin - Therapie ermittelt. Bis zur Normalisierung ist üblicherweise eine Therapiedauer von ca. 6 bis 8 Wochen notwendig.
Insbesondere vor chirurgischen Eingriffen (z.B. Gelenkersatz- Operationen) bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen wie der rheumatoiden Arthritis, ist bei bestehender Rheuma-Anämie dieses Verfahren geeignet, die Voraussetzungen für den Eingriff zu optimieren und Bluttransfusionen zu vermeiden. Eigenblutspenden kommen unter diesen Voraussetzungen nicht in Betracht. Wie das Studienergebnis in Abb.1 zeigt, wird mit der Beseitigung der Anämie zugleich auch die Lebensqualität des betroffenen Patienten signifikant verbessert.
 
Professor Kaltwasser steht Ihnen in unserer Praxis jederzeit zu qualifizierter Beratung und zur Durchführung der Behandlung zur Verfügung.

Literatur

  1. Kaltwasser,J.P., Kessler, U., Gottschalk, R., Stucki,G.,Möller,B. 
    Effect of Recombinant Human Erythropoietin and iv Iron on Anemia
    and Disease Activity in Rheumatoid Arthritis
    The Journal of Rheumatology 2001: 28:11, 2430 - 2436
  2. Weiss, G., Gordeuk,V.R. ,Hershko,Ch. (eds.)
    Anemia of Chronic Disease
    CRS Press, Taylor & Francis Group, 2005