Psoriasis Arthritis

Die Psoriasis Arthritis ist ebenso wie die rheumatoide Arthritis eine chronisch entzündliche Erkrankung, die schätzungsweise bei 15 – 30 % der Patienten auftritt, die an einer Psoriasis (Schuppenflechte) leiden. Die Schuppenflechte ist eine der häufigsten Hauterkrankungen im europäischen Raum und betrifft nach heutigen Schätzungen ca . 2 Millionen der Menschen in der deutschen Bevölkerung. Männer und Frauen sind im Gegensatz zur rheumatoiden Arthritis etwa gleich häufig betroffen. Zumeist geht die Schuppenflechte dem Auftreten einer Gelenkentzündung (Arthritis) voraus. Nur selten tritt die Arthritis in umgekehrter Reihenfolge auf.

In der rheumatologischen Praxis ist die Psoriasis Arthritis nach der rheumatoiden Arthritis die zweithäufigste zu versorgende Gelenkerkrankung. In der Vergangenheit war die Abgrenzung beider Arthritis-Formen oft schwierig und ungenau. Erst Ende des vorigen Jahrhunderts konnte eine ausreichend genaue diagnostische Zuordnung erarbeitet werden, um diese wichtige Arthritisform von anderen abgrenzen zu können (s. Tab. 1).

Tab. 1: *CASPAR Kriterien: Klassifikation der Psoriasis - Arthritis

  • Entzündliche Erkrankung der Gelenke, der Wirbelsäule oder der Sehnen/Sehnenansätze
  • Mindestens 3 der folgenden Kriterien:
    • Bestehende Psoriasis
    • Anamnestisch bekannte Psoriasis
    • Psoriasis in der Familienanamnese
    • Psoriatische Nagelveränderungen
    • Rheumafaktor negativ
    • Bestehende Daktylitis
    • Anamnestisch bekannte Daktylitis
    • Radiologische Zeichen einer gelenknahen Knochenneubildung

*CASPAR: ClASsification for the diagnosis of Psoriatic ARthritis EULAR 2005, #Abstract OP 0157

Neben der Assoziation von Arthritis und Psoriasis ist die Arthritis durch einen asymmetrischen Gelenkbefall, einen bevorzugten Befall der Fingerendgelenke, geringere Entzündungszeichen als bei rheumatoider Arthritis und durch das Fehlen des Nachweises des Rheumafaktors gekennzeichnet (Abb. 1, 2, 3).

Bis zu 80 % der Patienten weisen oft sehr ausgeprägte, typische Finger- und Fußnagelveränderungen auf (Abb. 1, 3). Gelenkschmerz und Schwellung befallener Gelenke fallen meist geringer als bei rheumatoider Arthritis aus, es treten aber oft schon sehr bald deutliche knöcherne Veränderungen (Erosionen, Osteolysen, Ankylosen) auf als bei anderen Arthritisformen (Abb. 2).

Das zugehörige Röntgenbild zeigt deutliche Knochenauflösungen (Erosionen), jedoch auch gleichzeitig knöcherne Anbauten im Bereich des Mittelgelenks des V. Fingers links und eine teilweise Auflösung des Knochens der distalen Mittelphalanx des III. Fingers rechts ("pencil in cup" Phänomen) als Ursache der sichtbaren Verkürzung dieses Fingers.

Besonders häufig und typisch sind schmerzhafte Schwellungen ganzer Finger oder Zehen (sog. Wurstfinger oder Wurstzehen, Abb. 3) und schmerzhafte Sehnenansatzentzündungen (Tendinitis) z.B. an der Achillessehne.

Seltener (ca. 5 % aller Psoriasis Arthritis Patienten) kann auch das Achsenskelett (Wirbelsäule) in die entzündliche Erkrankung einbezogen sein und das Bild einer Spondyloarthritis (Morbus Bechterew) vorliegen.

Die Psoriasis Arthritis wird heute zu den sogenannten seronegativen Arthritisformen gerechnet und hat unbehandelt in vielen Fällen deutliche funktionelle Einschränkungen (Behinderungen) zur Folge.

In unserer Praxis werden Patienten mit Psoriasis Arthritis von Herrn Prof. Dr. J. P. Kaltwasser, Facharzt für Innere Medizin, Fachgebiet Rheumatologie diagnostisch beraten, klinisch betreut und behandelt. Professor Kaltwasser verfügt über langjährige Erfahrungen auf dem Gebiet der Erforschung und Behandlung der Psoriasis Arthritis (1,2). Er ist Gründungsmitglied der internationalen "Group for Research and Assessment of Psoriasis and Psoriatic Arthritis" – kurz GRAPPA, die auch für die in Tab. 1 aufgeführten Klassifikationskriterien der Psoriasis Arthritis verantwortlich ist.

In diesem Zusammenhang arbeitet Professor Kaltwasser in unserer Praxis mit dem Zentrum der Dermatologie und Venerologie der Frankfurter Universitätsklinik und einer Reihe von niedergelassenen Dermatologen zusammen (1) und sorgt damit für die notwendige Kooperation mit dem für die Psoriasis (Schuppenflechte) zuständigen medizinischen Fachgebiet der Dermatologie. Professor Kaltwasser hat langjährige Erfahrung in der medikamentösen Behandlung der Psoriasis Arthritis. Er hat an zahlreichen internationalen Therapie-Studien teilgenommen und selbst eine erfolgreiche internationale Zulassungsstudie geleitet (2).

In unserer Praxis stehen alle für die Diagnosestellung bei Psoriasis und Psoriasis-Arthritis erforderlichen Untersuchungsverfahren (1), wie Labor , Histologie, Röntgen, MRT, CT; Sonographie und Skeletszintigraphie in Kooperation mit entsprechenden diagnostischen Institutionen zur Verfügung.

Schwerpunkt ist in unserer Praxis die Beratung zu – sowie die Einleitung und Überwachung von modernen Therapieverfahren, insbesondere mit den hochwirksamen Biologika Prof. Kaltwasser verfügt über langjährige Erfahrungen in der Anwendung von konventionellen Therapieverfahren mit den in Frage kommenden Medikamenten Leflunomid, Methotrexat und Sulfasalazin. In besonderem Maße kommen bei entsprechender Indikation in unserer Praxis unter Überwachung durch Professor Kaltwasser TNF-alpha-Inhibitoren (z.B . Etanercept (Enbrel ®), Adalimumab (Humira ®), Infliximab (Remicade ®), sowie neuere, spezifische Zytokin - Inhibitoren, wie z.B. Ustekinomab (Stellara ®) zur Anwendung.

Die Praxis verfügt hierzu über geschultes, erfahrenes Hilfspersonal. Derzeit in Entwicklung befindliche weitere Therapie-Optionen, wie z.B. das im Januar 2015 von der US Food and Drug Administration und der EMA zur Anwendung bei Plaque Psoriasis zugelassene Secukinumab (Cosentyx ®) der Firma Novartis oder der in den USA seit 2014 zugelassene PDE4-Inhbitor APREMILAST (Otezia ®) der Firma Celgene , der sich für eine orale Anwendung eignet, werden von Professor Kaltwasser derzeit sorgfältig beobachtete und ggf. zur Anwendung vorbereitet.

Literatur:

  1. Boehnke,W. Friedrich, M., Kaltwasser, J. P., Manger, B., Mrowietz, U., Reich, K., Rosenbach, Th.
    Psoriasis – Arthritis – eine interdisziplinäre Herausforderung
    Deutsches Ärzteblatt, 2006; 103: 1455 – 1461
  2. Kaltwasser, J. P., Nash, P., Gladman, D., Rosen, CF, Behrens, F., Jones, P. et al.
    Efficacy and safety of leflunomide in the treatment of psoriatic Arthritis and psoriasis: a multinational, double blind, randomized, placebo controlled clinical trial.
    Arthritis and Rheumatism 2004, 50: 1939 - 1950